Verdachtskündigung kann wirksam sein, wenn sie glaubhaft ist

Eine fristlose Verdachtskündigung kann im Falle eines dringenden Tatverdachts wirksam sein, so die Richter des LAG Düsseldorf. Geklagt hatte der Pförtner einer Polizeistation. Das Land hatte ihm wegen des dringenden Tatverdachts der Unterschlagung eines von einer Frau gefundenen und bei ihm abgegebenen 100-Euro-Scheins fristlos gekündigt. Zu Recht, wie die Richter nach der Befragung der Finderin, urteilten. Die Frau hatte sich im Nachhinein per E-Mail an die Polizei gewandt. Vor Gericht hatte sie den Pförtner außerdem belastet, sodass zwischenzeitlich auch das Strafverfahren gegen den Mann rechtskräftigt abgeschlossen werden konnte. Für die Aussage des Pförtners, den Schein nicht angenommen und die Frau an eine andere Dienststelle verwiesen zu haben, spreche dagegen wenig. (LAG Düsseldorf, 28.6.2019, 6 Sa 994/18)

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