Unfall bei Spaziergang kann Arbeitsunfall sein

Ein Verkehrsunfall während einer Rehabilitationsmaßnahme kann durchaus als Arbeitsunfall gelten. Allerdings muss es einen inneren Zusammenhang zwischen dem Reha-Aufenthalt und dem Unfall geben. Die Tätigkeit, bei der der Unfall passiert, muss also rehagerecht sein.

Vor dem Sozialgericht Düsseldorf hatte ein stark übergewichtiger Mann geklagt, der zur Gewichtsreduktion in der Kur war. Bei einem Sonntagsspaziergang war er auf einen Fußgängerüberweg von einem Auto erfasst und verletzt worden. Vor dem Sozialgericht begehrte er die Anerkennung als Arbeitsunfall, da die Berufsgenossenschaft sich weigerte, Entschädigungsleistungen zu zahlen. Dort ging man davon aus, dass es sich bei dem Spaziergang um eine sogenannte eigenwirtschaftliche und damit unversicherte Tätigkeit handelte, da er nicht ärztlich verordnet war.

Die Richter am Sozialgericht teilten diese Auffassung nicht, dort sah man den Unfall als Arbeitsunfall. Auch wenn der Spaziergang an einem therapiefreien Sonntag erfolgte, so diene er doch der Rehabilitation und sei damit kurgerecht. (SG Düsseldorf, 20.6.2017, S 6 U 545/14)