Arbeitgeber, die ihre Arbeitnehmer für ihren Einsatz während der Corona-Krise besonders belohnen wollen, können ihnen eine Sach- oder Geldprämie zukommen lassen. Geschieht dies bis Ende 2020 ist sie als Corona-Prämie bis zu einer Höhe von 1500 Euro sogar steuerfrei, das regelt ein am 9.4.2020 herausgegebener Erlass des Bundesfinanzministeriums.

Der Erlass bezieht sich auf § 3 Nr. 11 EstG, der bereits zuvor Beihilfen und Sonderzahlungen unter bestimmten Voraussetzungen steuerbefreit hat. Der Erlass sieht nun vor, dass für Corona-Prämien die sonst geltenden Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung nicht nachgewiesen werden müssen. Aus der allgemeinen Krise ergibt sich bereits ein Unterstützungsgrund, der sonst z.B. durch Krankheit oder Unglück gegeben ist.

Eine solche Unterstützung ist sonst in Höhe von 600 Euro steuerfrei, in besonderen Fällen auch bis 1500 Euro pro Kalenderjahr. Laut Erlass sind bei der Corona-Prämie Zahlungen bis 1500 Euro, die im Zeitraum zwischen dem 1. März und dem 31. Dezember 2020 gezahlt wurden, steuerfrei. Die Zahlung muss zusätzlich zum regulären Lohn gezahlt worden sein.

Angedacht war die Regelung für die Belohnung in während der Krise besonders geforderten Berufen wie der Pflege oder im Lebensmittel-Einzelhandel. Da aber im Steuerrecht nicht nach Berufen unterschieden werden kann, gilt die Regelung für alle Arbeitnehmer. Die Prämie sollte aber im Zusammenhang mit der Krise stehen. Sprich: Prämien, die vor dem Stichtag 1. März geflossen sind, oder deren Zahlung im Vorfeld vertraglich vereinbart war oder die sich aus einer rechtlichen Verpflichtung des Arbeitgebers ergaben, fallen demnach nicht unter die Steuerfreiheit. Sie darf nicht durch eine Gehaltsumwandlung im Fall von Gehaltsverzicht vorgetäuscht werden.

Die Regelung bis 1500 Euro gilt für alle Beschäftigten, ganz gleich, ob sie Vollzeit oder Teilzeit arbeiten oder sogar in Kurzarbeit oder geringfügig beschäftigt sind.

Eine Corona-Prämie kann  anstelle einer Abfindung als Entschädigung für den Verlust einer Arbeitsstelle in der Corona-Zeit gezahlt werden. Der Verlust der Arbeitsstelle muss aber im Zusammenhang mit der Corona-Krise stehen. In jedem Fall muss mit einem schriftlichen Vertrag beim Finanzamt nachgewiesen werden, dass es sich bei der Zahlung um eine Abmilderung der Folgen der Corona-Krise handelt. Das kann ein Tarifvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder ein individueller Vertrag sein.

Die 1500 Euro Steuerfreiheit gelten übrigens pro Dienstverhältnis, aber nur pro Arbeitgeber. Hat ein Arbeitnehmer also mehrere Arbeitsverhältnisse nacheinander mit demselben Arbeitgeber, kann er die Steuerfreiheit nur ein Mal beanspruchen.

Die steuerfreie Leistung ist im Lohnkonto aufzuzeichnen, nicht aber auf der Lohnsteuerbescheinigung für 2020 oder in der Lohnsteuererklärung. Aus der Steuerfreiheit ergibt sich automatisch eine Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung.

(05/20 )