Arbeitgeber dürfen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtend anordnen, wenn physischer Kundenkontakt besteht. Weigert sich ein Arbeitnehmer, eine Maske zu tragen, oder legt er ein Attest vor, dass ihm bescheinigt, aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen zu können, so ist eine Kündigung gerechtfertigt, wenn es keine andere Möglichkeit des Einsatzes im Betrieb gibt, so das eindeutige Urteil des Arbeitsgerichtes Cottbus. Einer Logopädin war gekündigt worden, da sie unter Vorlage eines ärztlichen Attestes sich weigerte, eine Maske zu tragen. Die Arbeitsrichter wiesen die Kündigungsschutzklage zurück, die Logopädin ging in Berufung. Nach Auffassung der Cottbuser Richter war die Kündigung nicht treuwidrig, denn nach der damals geltenden SARS-CoV2-Umgangsverordnung des Landes Brandenburg war das Tragen der Maske zwingend vorgeschrieben. Die Gefährdungsanalyse des Arbeitgebers sei nicht zu beanstanden, da bei einer logopädischen Behandlung der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern nicht zu halten sei. Das Tragen einer Maske könne nach wissenschaftlichen Erkenntnissen aber das Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen eindämmen. Demnach war der Arbeitgeber zum Schutz aller Beteiligten berechtigt und sogar verpflichtet, das Tragen einer Maske anzuordnen. So konnte er das Risiko einer Praxisschließung wegen Infektion senken. Zudem genügte das vorgelegte Attest nach Auffassung der Richter nicht den Anforderungen. Es sei lediglich vermerkt worden, dass der Logopädin das Tragen der Maske nicht zuzumuten sei. Es müsse aber aus dem Attest hervorgehen, welche konkreten gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch das Tragen einer Maske zu erwarten sind und warum. Außerdem muss die Grundlage der Einschätzung ersichtlich sein. (ArbG Cottbus, 17.6.2021, 11 Ca 10390/20)