Hinterbliebenenversorgung darf Altersabstand beschränken

Eine Hinterbliebenenversorgung darf Ehegatten, die mehr als 15 Jahre jünger als der Versorgungsberechtigte sind, ausschließen. Nach Auffassung des Bundesarbeitsgerichtes verstößt dies nicht gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, ist also keine Altersdiskriminierung.

Geklagt hatte eine 1968 geborene Frau, die 1995 einen 1950 geborenen Mann heiratete. Sein Arbeitgeber hatte ihm eine Hinterbliebenenversorgung in Aussicht gestellt. Diese sieht aber eine Versorgung nur dann vor, wenn der Ehepartner nicht mehr als 15 Jahre jünger ist. Entsprechend wurde der Frau beim Tod des Mannes 2011 die Leistung versagt. Die Frau klagte wegen Altersdiskriminierung vor dem BAG vergeblich. Denn nach Auffassung der Richter ist die Benachteiligung in diesem Fall legitim, da der Arbeitgeber das finanzielle Risiko so eingrenze. Die Altersabstandsregelung beeinträchtige nicht die Interessen aller betroffenen versorgungsberechtigten Arbeitnehmer übermäßig, schließlich werden nur die Wenigen ausgeschlossen, die tatsächlich eine Ehe mit sehr großem Altersabstand führen.

Wer eine Ehe mit einem deutlich älteren Lebenspartner eingeht, muss nach Auffassung der Richter bei der Lebensplanung damit rechnen, einen großen Teil des Lebens ohne den anderen zu verbringen. (BAG 20.2.2018, 3 AZR 43/17)