Geldwerter Vorteil: Fahrtenbuch muss genau geführt werden

Wer seinen Dienstwagen auch privat nutzt, muss dies bei der Steuererklärung als geldwerten Vorteil berücksichtigen. Pauschal wird das monatlich mit einem Prozent des Bruttolistenpreises besteuert. Wer weniger veranschlagen möchte, kann per Fahrtenbuch nachweisen, welche Fahrten tatsächlich privat sind. Das muss allerdings ordnungsgemäß geführt werden.

Nach der jüngsten Rechtsprechung des Finanzgerichtes Rheinland-Pfalz heißt dies, dass es zeitnah und in geschlossener Form geführt werden muss. Die Fahrten einschließlich des jeweiligen Kilometerstandes zum Ende der Fahrt, müssen fortlaufend und vollständig eingetragen sein. Es dürfen keine Lücken enthalten sein.

In dem Prozess hatte ein Arbeitnehmer zur Belegung der Fahrten mit seinem Dienstwagen, einem Maserati, eklatante Fehler beim Führen des Fahrtenbuches begangen. Nach einer Außenprüfung beim Arbeitgeber änderte das Finanzamt daher rückwirkend den Steuerbescheid des Mannes. Zu Recht, so die Richter des Finanzgerichtes. Das Fahrtenbuch für 2003 war nachweislich nicht zeitnah geführt worden, denn es war in einem Heft notiert, dass vom Herausgeber erst 2005 auf den Markt gebracht worden war. Den Hinweis des Angeklagten, er hätte das Fahrtenbuch umgetragen, da das alte nicht mehr leserlich war, ließen die Richter nicht gelten, da das Original nicht vorgelegt werden konnte. Auch stimmten die angegebenen Kilometerstände nicht mit denen aus Reparaturen überein, und es wurden noch Fahrten für einen Zeitraum eingetragen, in dem das Auto längst nicht mehr von dem Mann gefahren wurde, da es verkauft war. Für ihn blieb es damit bei der 1-Prozent-Regelung. (Finanzgericht Rheinland.Pfalz, 13.11.2017, AK 5 K 1391/15)

(12/2018 )